Wir verstehen uns als Vermittler zwischen den Epochen automobiler Innovation und den Menschen, die diese Geschichte erfahren möchten. Unsere Arbeit basiert auf der Überzeugung, dass technische Errungenschaften erst dann ihre volle Bedeutung entfalten, wenn sie in ihrem kulturellen und gesellschaftlichen Kontext betrachtet werden.
Die Sammlung, die wir betreuen, umfasst Fahrzeuge aus über einem Jahrhundert deutscher Ingenieurskunst. Dabei konzentrieren wir uns nicht ausschließlich auf die offensichtlichen Ikonen. Vielmehr suchen wir nach den Objekten, die repräsentative Geschichten erzählen können – von mutigen Experimenten, die ihrer Zeit voraus waren, bis zu den alltäglichen Fahrzeugen, die Millionen Menschen mobilisierten.
Unsere Herangehensweise
Jedes Exponat durchläuft einen sorgfältigen Prozess der Kontextualisierung. Wir recherchieren die Entwicklungsgeschichte, die ursprünglichen Konstruktionsziele und die tatsächliche Rezeption durch Zeitgenossen. Diese Informationen fließen in die Präsentation ein, sodass Besucher nicht nur polierte Karosserien betrachten, sondern die Narrative dahinter verstehen.
Unsere Kuratoren arbeiten eng mit Historikern, Ingenieuren und ehemaligen Mitarbeitern der Automobilhersteller zusammen. Durch diese interdisziplinäre Perspektive gelingt es uns, technische Details mit persönlichen Erinnerungen und wirtschaftshistorischen Entwicklungen zu verweben.
Konservierung als Verantwortung
Die Erhaltung historischer Fahrzeuge erfordert spezialisiertes Wissen, das zunehmend selten wird. In unserer Restaurierungswerkstatt werden traditionelle Techniken angewendet, um Originalsubstanz zu bewahren. Gleichzeitig dokumentieren wir jeden Schritt, sodass das Wissen über historische Fertigungsmethoden nicht verloren geht.
Wir betrachten uns nicht als Eigentümer dieser Objekte, sondern als temporäre Bewahrer für kommende Generationen. Diese Haltung prägt unsere Entscheidungen darüber, welche Interventionen vertretbar sind und wo die Grenzen der Restaurierung liegen.
Bildung und Öffentlichkeit
Neben der physischen Bewahrung sehen wir unsere Aufgabe in der Wissensvermittlung. Wir entwickeln Programme für unterschiedliche Zielgruppen – von Schulklassen, die erste Einblicke in Technikgeschichte erhalten, bis zu Fachpublikum, das spezifische Forschungsfragen verfolgt.
Unser Archiv steht Forschenden offen und wird kontinuierlich erweitert. Wir sammeln nicht nur technische Dokumentationen, sondern auch Zeitzeugengespräche, Werbematerialien und Korrespondenzen. Diese Quellen ermöglichen ein differenziertes Verständnis davon, wie Automobilität verschiedene Gesellschaftsschichten geprägt hat.
Blick nach vorn
Die Automobilität befindet sich in einem fundamentalen Wandel. Wir betrachten es als unsere Aufgabe, auch diese Transformation zu dokumentieren. Indem wir die historische Entwicklung transparent machen, können wir Perspektiven für gegenwärtige Debatten über Mobilität, Nachhaltigkeit und technologischen Fortschritt bieten.
Unsere Institution lebt von der Expertise unseres Teams und der Unterstützung durch Leihgeber, Förderer und die interessierte Öffentlichkeit. Wir verstehen uns als Teil eines größeren Netzwerks, das sich der Bewahrung technischer Kulturgeschichte verschrieben hat.